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Korea – hin und weg

Die Vorbereitung

Die Vorbereitungen haben nicht nur mir, sondern vor allem meiner Kollegin viele Planungsstunden abverlangt. Wie bekommt man möglichst viele Programmpunkte in 14 Tagen unter? Geht alles, haben wir festgestellt! Irgendwie! Bis zum letzten Tag haben wir Routen geplant, Unterkünfte gebucht und Tickets organisiert.

 

 

 

 

 

 

So viel Schokolade und andere Leckereien konnte ich aus ihrer Heimat gar nicht mitbringen, um den Aufwand wieder gut zu machen. Auf die Frage, was sie sich aus der Heimat wünscht, antwortet sie  nur, ich solle Korea einmal kennenlernen und viel dazu lernen sowie die Zeit in Korea genießen.

Bescheiden wie sie sind – die Koreaner ;-)

PS: Eine Spezialität von der Insel Jeju (Kaktusfeigen-Schokolade) gab’s trotzdem als Dankeschön!
 

Das Abenteuer beginnt                                                                             

 

Mein Abenteuer Korea begann am 07. September 2012. Das erste Mal Asien wartete auf mich. Im Flieger ging es ostwärts - 10 Stunden lang. Das erste Mal mit dem A380 fliegen – dem größten und modernsten Passagierflugzeug der Welt. Wow!

Aufregung, Neugier und ein bisschen Angst machten sich breit. Was wird mich dort wohl erwarten? Ein Land dessen Sprache ich weder spreche noch verstehe, eine andere Kultur -  ein anderes Leben.

Ich bin gespannt.
 

Schon die ersten Eindrücke – überwältigend!

 

Gegen Mittag am folgenden Tag bin ich am internationalen Flughafen in Incheon gelandet. Eine nette ältere Dame, die Bekannte meines Chefs, hat mich sehr freundlich in Empfang genommen. Bei ihr werde ich die nächsten 3 Tage bleiben.

Mit wenigen Englischkenntnissen, aber einer mehr oder weniger hilfreichen Übersetzungs-App sowie mit Händen und Füßen, haben wir uns dann doch irgendwie verstanden.

Nach einer 1-stündigen Autofahrt nach Seoul wurde mein straffes Programm auch gleich umgesetzt. Wir haben die Gegend südlich des Flusses erkundet – ja, auch Gangnam (ihr wisst schon – Gangnam-Style). Eine wirklich sehr schicke Gegend befindet sich dort. Luxuriöse Hotels, Boutiquen und Restaurants wirken sehr einladend. Die Bekannte wohnt in Sincheon – also ganz in der Nähe.

Auf unserem Streifzug haben wir gefühlte 100.000 Bilder gemacht. Da hat sich das Klischee wieder einmal bestätigt – die Asiaten fotografieren wirklich viel und gerne. (Naja, man hat nicht jeden Tag einen Europäer im Haus. Das muss schließlich festgehalten werden.)

Abends ging es ins Restaurant. Es gab Steak, welches wir selber am Tischgrill gebraten haben, sowie Reis und diverse Beilagen. In Korea ist es ganz üblich, dass zu jeder Mahlzeit einige Beilagen gereicht werden. Meistens teilt man sich das gesamte Essen mit allen Leuten am Tisch.  
 


Später ging es noch in eine Karaoke Bar. Die Koreaner mieten sich gerne mit Freunden einen Raum und feiern dort gemeinsam. So gibt es also viele Lokale, die über mehrere kleine Karaoke-Räume verfügen, in denen die Leute in ihren kleinen Gruppen singen. Das war schon sehr lustig.

Danach stärkten wir uns noch am Straßenimbiss, bevor wir nach Hause gingen. Straßenimbisse haben noch bis weit in die Nacht geöffnet und man findet sie an jeder Ecke.

Hundemüde vom Flug, der Erkundungstour und den vielen neuen Eindrücken fiel ich ins Bett.


2 Tage Marathon

 

Die folgenden 2 Tage fühlten sich an wie ein Marathonlauf. Ich bin zwar noch nie Marathon gelaufen, aber so in etwa stelle ich es mir vor.

Wir besuchten Insa-dong, ein schönes Viertel, welches für seine vielen Antiquitätengeschäfte und für Kunsthandwerk bekannt ist. In Myeong-dong, DEM Shoppingdistrikt, gibt es von unzähligen Geschäften und Kaufhäusern umsäumte Straßenzüge. Hier findet jeder etwas Passendes. Und auch Hongdae durfte nicht fehlen. Hier befindet sich das Universitätsviertel. Viele junge Leute treffen sich dort in den zahlreiche Bars und Clubs. Die Gegend ist eher alternativ und kreativ. Bei einem Tarot Kartenleger ließ ich mir meine Zukunft voraussagen. Leider konnte er kein Englisch und meine Gastmutti hat sich an ihrer Smartphone Übersetzungs-App versucht. Es stellte sich heraus, dass mir eine positive Zukunft bevorsteht. Nun ja, wenn das nichts ist. Ich glaube ihm einfach mal. Weiter ging es nach Bukchon, ein Hanok-Dorf im nördlichen Teil von Seoul. Hier stehen noch viele traditionelle koreanische Häuser - Hanoks. Diese Häuser sind komplett aus Naturmaterialien gebaut. Nicht ein einziger Nagel befestigt die Bretter miteinander. Im Winter wird mit der Ondol-Heizung geheizt, eine Art Fußbodenheizung. Damals hat man auf dem Boden geschlafen. Die Erfahrung werde ich später im Laufe meiner Reise auch noch machen.
 


Danach waren wir im Süden der Stadt unterwegs. Auf einem der zahlreichen Berge (Bugaksan Berg) hatten wir einen wunderschönen Blick über die gesamte Stadt, sowie auf den Namsan Berg mit dem N Seoul  Tower genießen können. Nach einer kurzen Pause in einem niedlichen Café im Grünen ging es weiter. Diesmal nach Incheon zum K-Pop Konzert. Im riesigen Worldcup-Stadion spielten einige koreanische Künstler. Als ausländischer Besucher war der Besuch kostenfrei. Des Öfteren gibt es solche Angebote. Also, wer K-Pop Fan ist, einfach mal die Augen offen halten. Zurück in Seoul gab es zum Abendessen wieder traditionelle koreanische Küche und Makgolli (koreanischen Reiswein).

Der nächste Tag fing so turbulent an, wie der letzte aufgehört hatte. Gleich morgens sind wir mit der U-Bahn ins Stadtzentrum zur Touristeninformation gefahren. Das hat schon etwas Zeit in Anspruch genommen. Wir haben bestimmt 1 Stunde gebraucht. Die Stadt ist riesig und es gibt unzählige U-Bahn-Linien. Meine Gastmutti kennt sich mit dem U-Bahnfahren nicht so gut aus, weil sie sonst eher mit dem Auto unterwegs ist. Sie hat vermutet wir seinen mit der U-Bahn schneller. Nun ja, so habe ich auch einmal das U-Bahnsystem kennengelernt. Alles ist sehr sauber und Wörter werden auch in lateinischen Schriftzeichen geschrieben - Durchsagen werden auch auf Englisch gemacht. So kommt man sehr gut zurecht. In der Touristeninformation angekommen, habe ich zunächst einen Kochkurs besucht. Die Koreanische Zentrale für Tourismus bietet jeden Monat eine ganze Woche lang Programme an, die den Besuchern die Kultur Koreas etwas näher bringen sollen. Die Köchin war sehr nett und zeigte mir wie traditionelle koreanische Gerichte zubereitet werden. Wir haben Bulgogi, marinierte Rindfleischstreifen, und Tteokpokki, Reiskuchen, gekocht. Beides hat sehr lecker geschmeckt. Zum Kulturprogramm gehörte neben dem Hanbok, traditionelles koreanisches Gewand, anprobieren auch seinen Namen auf Koreanisch von einem Kalligraphen auf traditionellem Hanji-Papier schreiben zu lassen. Durch diese schönen Aktionen konnte ich die koreanische Tradition und Kultur hautnah miterleben. Es war sehr interessant und hat sehr viel Spaß gemacht.

Abends haben wir uns „Cookin‘ Nanta“ angeschaut, eine nonverbale Show. Diese ist für Touristen besonders gut geeignet, da die Handlung einzig und allein durch Mimik, Gestik und Akrobatik auf der Bühne dargestellt wird. Es ging darum ein Hochzeitsmahl zuzubereiten und natürlich ging dabei so einiges schief. Sehr sehenswert. Alles in allem war diese tolle Show sehr witzig und unterhaltsam  – nur weiterzuempfehlen. 
 


4 Tage Dienstreise – die Höhepunkte Seouls

 

Meine eigentliche Dienstreise beginnt heute Dienstag, den 11.09.2012. Ich begleite neben der Reiseleiterin Cecilia, tschechische Journalisten und Reiseveranstaltermitarbeiter auf ihrem fam trip (familiarization trip = Produkterkundungsreise) nach Seoul und zur DMZ (Grenzgebiet zwischen Nord-und Südkorea).

Nachdem wir alle Teilnehmer beisammen hatten gab es Mittagessen. Alle haben sich beim Essen mit Stäbchen versucht. Für die meisten von uns war es eine Herausforderung. Gar nicht so einfach. Die  heutige Tour beinhaltete eine Führung des Changdeokgung-Palastes (einer der 5 übrigen Paläste aus der Zeit der Joseon-Dynastie und UNESCO-Weltkulturerbestätte), Besuch des Gwangjang-Marktes, auf dem es koreanisches Essen und Kleidung zu kaufen gab, und Abendessen im Castle Praha. Die Übernachtung erfolgte im Lotte City Mapo Hotel, einem hochwertigen 4 Sterne Hotel im Zentrum von Seoul.

 

Der nächste Tag stand ganz im Zeichen der DMZ (demilitarized zone = entmilitarisierte Zone), des Grenzgebietes zwischen Nord- und Südkorea. Hier haben wir uns den Dorasan Bahnhof angeschaut. Dieser ist 52 km von Seoul entfernt und markiert die letzte bzw. erste Station in Richtung Nordkorea. Pjöngjang, die Hauptstadt Nordkoreas, ist 204 km von Dorasan entfernt. Zudem besichtigten wir den 3. Invasionstunnel, den Nordkoreaner gebaut haben und der teilweise begehbar ist. Außerdem haben wir auf der Aussichtsplattform einen Blick nach Nordkorea riskieren können. Auf der nordkoreanischen Seite konnte man gut die riesige nordkoreanische Flagge erkennen, die aus Propagandazwecken dort dauerhaft gehisst wird. 



Von hier aus machten wir uns auf den Weg zum Volkskundedorf. Hier gab es viele mit Stroh bedeckte Fachwerkhäuser und uns wurde die alte Lebensweise geschildert. Wieder zurück in Seoul haben wir uns den wiederbelebten Fluss, Cheonggyecheon, angeschaut, der durch das Herz Seouls fließt. Er war in den 60er Jahren durch eine mehrspurige Straße verdeckt, die 2005 wieder entfernt wurde. Hier finden viele Koreaner Ruhe und Erholung mitten im Zentrum der Stadt. Nach einem kurzen Spaziergang entlang des Flusses gab es Abendessen in einem Restaurant im Finanzdistrikt. Übernachtet haben wir diesmal im Hanok. Die meisten haben ein Bett oder zumindest eine Matratze bekommen. Leider musste ich auf dem Boden schlafen. Ich habe mir aus sämtlichen vorhandenen Decken und Kissen eine Schlafunterlage gebaut. Letztendlich war es gar nicht so unangenehm wie gedacht.  

 

Am letzten Tag der Dienstreise fuhren wir zum Hauptsitz von Korean Air. Nach einer Fragerunde mit dem Marketing Manager und einer Führung durch das Flight Control Center, sowie der Besichtigung des Hangars und eines neuen Business Jets sind wir zum Mittagessen zum Flughafen Incheon gefahren. Vom reichhaltigen internationalen Buffet gestärkt haben wir anschließend eine 3-stündige Incheon-Tour gemacht. Auf dem Programm standen Tempelbesuch, Besichtigung eines Volkskundedorfes und eine Bootsfahrt. Zum Abendessen gab es traditionelle koreanische Kost, die wir dieses Mal selbst am Tisch gekocht haben. Den Abend haben wir gemütlich in einer Bar ausklingen lassen. 

 

Korea Rundreise

 

Am Freitag gab es noch einmal 5 Sterne Frühstück im Airport Hotel in Incheon bevor wir die tschechische Reisegruppe auf den nach Hause-Flug schickten. Für mich ging es mit dem Bus quer durchs Land nach Daegu. Auffällig war die schöne Landschaft – überall Berge (Korea besteht zu 70% aus Gebirge). Im Hostel angekommen lud mich eine Mitarbeiterin zur abendlichen Stadtführungstour ein. Der Einladung folgte ich gerne, obwohl ich schon ziemlich müde war. Der Ort ist sehr interessant. Es gibt dort viele Denkmäler von Schriftstellern, Galerien und Kunsthandwerk. Kein Wunder, denn hier finden jährlich diverse künstlerische Festivals statt - von Musical- bis Body Painting ist alles dabei. Der Abend war noch sehr lustig und endete nach einigen Snacks und drinks gegen 0:00 Uhr.

                                                                

Templestay–Programm – Eintauchen in die Welt des Buddhismus

 

Das kommende Wochenende gehörte ganz dem Templestay-Programm. Morgens im Hostel habe ich mich beim Frühstück noch nett mit einer Polin unterhalten, bevor ich mit dem Bus in Richtung Haeinsa Tempel gefahren bin. Nach der Fahrt durch die Berglandschaft sind wir am Tempel angekommen. Dieser liegt mitten in den Bergen, ganz weit weg vom Trubel der Großstadt. Mit mir waren noch andere Leute im Bus, die am Wochenendprogramm teilnehmen wollten. Am Tempelparkplatz angekommen musste ich mich erst einmal zurechtfinden. Es gab wenige Ausschilderungen und nur wenige Leute, die Englisch sprechen. Irgendwie konnte ich mich doch verständigen und stellte fest, dass ich noch ca. 1km zum Tempel hinauf laufen musste. Wie gut, dass ich nur einen Rucksack mitgenommen hatte und den Koffer im Hostel gelassen habe… 
 

 


Der Weg zum Tempel wurde von Imbissbuden und Bächen gesäumt. Nach dem steilen Weg bergauf, musste ich mich zum Temple Office durchfragen, welches etwas versteckt lag. Ich wurde nett begrüßt und mir wurde Tempelkleidung gegeben, die zwar sehr bequem, aber nicht so hübsch ist. Das Zimmer in dem ich übernachten werde war so gut wie leer. Wir haben uns deshalb mit Matratzen, Decken und Kissen ein Bett gebaut. Ich teile mir das Zimmer mit einer älteren Amerikanerin, die gerade aus Kambodscha kommt, und einer Brasilianerin, die nun in Italien lebt – eine sehr interessante Mischung. Später, als alle eingetroffen waren, wurde uns etwas über Buddhismus erklärt und die Verbeugungen geübt. Zum Abendessen sind wir der Reihe nach zum Speisesaal marschiert, wo es Reis und Gemüse gab. Später am Abend haben wir noch eine Teezeremonie gemacht und gelernt, wie Tee richtig zubereitet und getrunken wird. Gegen 21 Uhr war Schlafenszeit, denn gegen 03:00 Uhr morgens klingelte schon der Wecker. 03:20 Uhr trommelten die Mönche den Morgen herbei und danach gab es eine Andacht im Tempel. Anschließend machten wir unter Anleitung eines Mönchs die 108 Verbeugungen vor Buddha. Das war sehr anstrengend! Nach diesem Frühsport und einer kurzen Verschnaufpause gab es zum Frühstück wieder Reis mit Gemüse. Wir trafen uns später zur Tempelführung, bei der ein Mönch uns die Tempelanlage erklärte. Zum Abschluss des Programms bekamen alle noch ein kleines Geschenk.

Fazit: Das Templestay Programm ist schon eine sehr interessante Erfahrung und eine tolle Möglichkeit am Arbeiten und Leben der Mönche im Tempel teilzuhaben. Außerdem kann man hier bei einem längeren Aufenthalt die Seele baumeln lassen und seine innere Ruhe finden. So viel Zeit hatte ich nicht, weshalb ich mich schon bald auf den Rückweg nach Daegu machte.   


Gyeongju – 1000 Jahre Hauptstadt der Silla Dynastie und Weltkulturerbestätte

 

Den Koffer im Hostel abgeholt, ging es für mich mit dem Bus nach Gyeongju. Nach einer 1-stündigen Fahrt habe ich den Ort erreicht. Im Hostel habe ich nun endlich ein Zimmer für mich allein. Erschöpft von den letzten Tagen, habe ich erst einmal etwas geschlafen, bevor ich später kurz herumgelaufen bin. Heute hat es sehr viel geregnet und es wird ein Taifun erwartet, der noch die kommenden 2 Tage anhalten soll. Abends habe ich mich doch noch einmal vor die Tür gewagt und in einem kleinen Restaurant Ginseng Hühnchen-Suppe probiert. Das ist ein traditionelles Gericht in dieser Region und war sehr lecker. Am nächsten Morgen bin ich 08:00 Uhr aufgestanden. Es regnet in Strömen und es ist sehr windig. In einem Café habe ich gefrühstückt und bin auf dem Rückweg zum Hostel vom Regen komplett durchnässt gewesen. Am Abend sind noch eine Französin und ein Engländer ins Hostel eingezogen. Wir haben gemeinsam gekocht und gegessen und haben uns später noch den Tumuli Park (Königsgräber) und den Anapji Teich angeschaut. Beleuchtet sehen die Anlagen sehr schön aus. Am nächsten Morgen haben wir drei gemeinsam im Café gefrühstückt und uns für die heutige Tagestour verabredet. Es gibt einige Alleinreisende aus der ganzen Welt, die nach Korea kommen, was ich vorher gar nicht gedacht hätte. So sind wir mit dem Bus zum Bulguksa Tempel sowie zur Seoguram Grotte gefahren. Beides sind sehr interessante historische Anlagen. Am Bulguksa Tempel habe ich zufälligerweise das polnische Mädchen wieder getroffen, das ich im Hostel in Daegu kennengelernt hatte. So klein ist die Welt. Zurück in Gyeongju haben wir im Restaurant Mittag gegessen. Es gab Bibimbap (Reis, Gemüse, Rindfleisch, Ei und Chilipaste gemixt). Das Essen haben wir auf dem Boden sitzend verspeist  – auf traditionelle Art und Weise. 

 


Busan – zweitgrößte Stadt des Landes und maritime Hafenstadt im Südosten Koreas

 

Am Nachmittag bin ich mit dem Bus nach Busan gefahren und in Busan weiter mit der U-Bahn nach Centum City – einem recht modernen schönen Stadtteil. Viele Leute haben mir mit meinem Gepäck geholfen, da es nicht überall Rolltreppen oder Aufzüge gibt. Man findet viele hilfsbereite Menschen in Korea, was mir die Reise oftmals erleichtert hat. You Sun, eine Bekannte meines Chefs, hat mich an der U-Bahn Station abgeholt. Sie wohnt in dieser schicken Gegend und hat mir zunächst ihr Apartment gezeigt. (Hier hat sogar der Hund sein eigenes Zimmer!) Mein Zimmer war in dem gegenüberliegenden Block und glich einem schicken Hotelzimmer. Diese Räumlichkeiten sind extra für Gäste eingerichtet worden. Nun ja, wir haben schnell das Gepäck abgestellt und auf eine Freundin von ihr gewartet. You Sun hat heute Geburtstag. Diesen haben wir zusammen bei einem leckeren Barbecue-Essen gefeiert. Danach haben wir den Nachtblick auf die Stadt von einem Berg aus genossen. Die Gwangan-Brücke und den Strand, sowie die Skyline – ein traumhafter Anblick. Anschließend haben wir noch etwas in einer Bar am Haeundae-Strand getrunken, bevor wir ca. 22:00 Uhr zurück gefahren sind.
 

 

Am nächsten Morgen sind wir rechtzeitig aufgestanden. Zum Frühstück gab es Suppe, Reis, Bulgogi und sämtliche Beilagen. Es ist schon ungewöhnlich für mich das alles bereits zum Frühstück zu essen. Aber lecker war es trotzdem. Später haben wir eine Stadtrundfahrt mit dem Sightseeing-Bus gemacht. Wir haben uns alle wichtigen Sehenswürdigkeiten angeschaut. Es ging vorbei an sämtlichen Stränden, am Hafen, Museen, den Jagalchi Fischmarkt (der größte Koreas), über die Gwangan Brücke usw. Die Stadt ist sehr schön. Ich mag dieses maritime Flair. Überall gibt es Wasser, Brücken und Häfen, aber auch moderne Hochhäuser. Es riecht nach Salz, Fisch und Meer. Die Sonne schien und es war angenehm warm, wenn auch etwas windig. Mittag haben wir in einem sehr schicken traditionellen Restaurant gegessen. Hier gab es das leckerste Essen, was ich bisher in Korea gegessen habe. Später sind wir noch am Strand spazieren gegangen und durch ein Shopping Center gelaufen – Shinsegae – bis 2009 das größte Shopping Center der Welt. Am Nachmittag bin ich mit dem Bus zum Flughafen und von dort aus auf die Insel Jeju geflogen.
 

 

Jeju-do – tropenhafte Vulkaninsel

 

Nach einem ca. 1-stündigen Flug bin ich in Jeju-si, der Hauptstadt der Insel gelandet und habe meinen Mietwagen abgeholt. Zum Glück gibt es auch Navis auf Englisch zu leihen. So fand ich ganz leicht den Weg zum Hostel. Dort habe ich meine Route für die nächsten Tage geplant, bevor ich sehr müde ins Bett fiel.

Am nächsten Tag ging es früh los, denn die Liste der Besichtigungspunkte war sehr lang und ich wollte so viel wie möglich davon sehen. Nach dem ersten Stopp, dem Yongduam-Felsen (Drachenkopffelsen), startete mein Auto plötzlich nicht mehr. Zum Glück war eine Touristeninformation in der Nähe. Die netten Damen dort telefonierten mit dem Mietwagenverleih und es konnte alles geklärt werden.  Schon dumm, wenn man nachts das Navi nicht ausstöpselt… jaja Frauen und Technik. Die weitere Reise klappte dann aber problemlos. Ich habe an schönen Stränden – weiße als auch schwarze – gehalten, ein Gläserschloss besucht, sowie den Jeongbang-Wasserfall genossen, der als einziger in Asien direkt ins Meer fließt. Die halbe Insel umrundet endete der Tag im Hostel bei einem leckeren Bibimbap-Abendessen. Hier konnte leider niemand ansatzweise Englisch sprechen und ich wurde von vielen Menschen ungewöhnlich angeschaut. Das ist mir während der Reise schon öfter aufgefallen. Die Menschen in den kleineren Orten haben eben eher selten Nicht-Asiaten gesehen. Ist aber alles halb so schlimm, denn freundlich sind sie trotzdem. 

Am zweiten Tag auf der Insel bin ich sehr früh aufgestanden, denn ich wollte zum Seongsan-Krater, dem Sonnenaufgangskrater gehen, um den Sonnenaufgang zu genießen. Von diesem Punkt aus, soll dieser besonders schön sein. Nach einer Wanderung bergauf, die einem straffen Frühsportprogramm  ähnelte, ging pünktlich um 06:21 Uhr die Sonne auf. Wunderschöne Rot-und Orangetöne spiegelten sich am Horizont. Da hat sich die Mühe doch gelohnt. Meine weiteren Stopps waren unter anderem das Trick Art Museum, welches sehr lustig war, denn es ging hierbei um optische Täuschung. Ein anderer interessanter Halt war die Manjanggul-Höhle, eine Tropfsteinhöhle, sowie der Kimnyoung Maze Park, ein Labyrinth aus Bäumen und Büschen. Den Ausgang habe ich erst nach ca. einer halben Stunde gefunden – war schon kompliziert. 

Abends bin ich wieder nach Jeju-si gefahren und habe mir noch den Ort angeschaut, sowie einige Mitbringsel für Familie und Freunde besorgt.

 

Finale

 

Am nächsten Morgen ging es früh los. Den Mietwagen habe ich wieder zum Flughafen gebracht und von dort ging es nach Seoul. Der Flug dauerte nur etwas mehr als 1 Stunde. Von Seoul bin ich mit dem Bus nach Incheon gefahren, was auch wieder ca. 1 Stunde dauerte. Der Rückflug nach Deutschland folgte am frühen Nachmittag. Alles hat super geklappt.

Alles in allem war die Reise nach Korea eine sehr schöne Erfahrung. Ich habe zum ersten Mal asiatischen Boden betreten und die Freundlichkeit der Menschen erfahren. Die Kultur und Lebensweise ist sehr interessant. Ich habe viel dazugelernt und dabei viel Spaß gehabt. Trotz des zeitweise stressigen Ablaufs habe ich die Zeit genossen und freue mich, wenn ich irgendwann wieder die Möglichkeit habe nach Korea zu reisen.

Autor: Annette Schulz, Mitarbeiterin Koreanische Zentrale für Tourismus

Reisedatum: 07.09. - 22.09.2012



Autor : Annette Schulz, Mitarbeiterin Koreanische Zentrale für Tourismus   
Reisezeitraum :  07.09. - 22.09.2012